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Baukindergeld beantragen – Das solltest Du wissen

So wird das Baukindergeld für den Traum vom eigenen Haus genutzt

Eine aktuelle Umfrage bestätigt: Fast jeder Deutsche findet ein schönes Zuhause wichtig für ein glückliches Leben. Mehr als drei Viertel der Befragten wünschen sich das Wohnen in den eigenen vier Wänden.

Das Baukindergeld – immerhin bis zu 12.000 Euro pro Kind – soll Familien mit Kindern unterstützen, sich diesen Traum zu erfüllen. Das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) will damit erreichen, dass mehr Wohneigentum gebildet wird. Das wirkt nicht nur positiv auf den Wohnungsmarkt, sondern kann als wichtige Säule der Altersversorgung auch Altersarmut bekämpfen.

Bislang bleiben die Anträge aber hinter den Erwartungen zurück. Vor allem in großstädtischen Ballungsräumen, in denen der Wohnungsbau eigentlich besonders gefördert werden sollte, wird das Angebot kaum genutzt.

Da stellt sich die Frage:

Ist das Bauen trotz Förderung und günstiger Kreditangebote immer noch zu teuer?

Oder wissen die berechtigten Familien einfach nur nicht Bescheid darüber, was ihnen zusteht?

Wir haben uns mal auf dem  Finanzierungsportal www.kreditevergleich24.com über das Baukindergeld im Detail informiert.

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Das sind die Voraussetzungen für Baukindergeld im Überblick – weiter unten dann im Detail

Drei Punkte kannst Du vor der Antragstellung sehr schnell selbst prüfen:

  • Du musst für mindestens ein minderjähriges Kind kindergeldberechtigt sein oder mit der berechtigten Person (zum Beispiel dem Lebenspartner) im selben Haushalt leben.
  • Euer gemeinsames zu versteuernden Einkommen im Haushalt darf 90.000 Euro pro Jahr nicht überschreiten. Diese Grenze gilt bei einem Kind, für jedes weitere Kind steigt sie um jeweils 15.000 Euro.
  • Du kannst einen Antrag nur dann stellen, wenn Du Eigentümer oder Miteigentümer von selbstgenutztem Wohneigentum in Deutschland geworden bist.

Welche Kinder werden beim Baukindergeld berücksichtigt?

Entscheidend für die Förderung und die Berechnung der Einkommensgrenzen sind die Verhältnisse bei Antragstellung.

Es zählen also alle Kinder, die zu diesem Zeitpunkt unter 18 Jahre alt sind und für die Sie oder Ihr Partner im Haushalt Kindergeld beziehen können. Ob Sie mit dem Kindergeldberechtigten verheiratet sind, spielt keine Rolle – es kommt nur auf den gemeinsamen Wohnsitz an.

Selbstverständlich gibt es Baukindergeld auch für Alleinerziehende.

Volljährige Kinder werden nicht berücksichtigt, auch wenn Sie für sie noch Kindergeld erhalten, zum Beispiel während der Ausbildung oder für die Dauer des Studiums.

Und auch für Kinder, die nach Antragstellung geboren werden, gibt es leider kein Baukindergeld. Eine nachträgliche Aufstockung des Antrags ist also nicht möglich, zumindest nicht für dieselbe Immobilie.

Die Förderung durch Baukindergeld kann für jedes Kind nur einmal beantragt werden.

Entschließen Ihr Euch nach dem Kauf einer Eigentumswohnung mit Förderung zum Kauf oder Bau eines Hauses, gibt es Baukindergeld nur für Kinder, für die Du noch keine Förderung beantragt haben. Das passiert zum Beispiel, wenn weitere Kinder geboren werden und sich die Wohnung deshalb als zu klein erweist.

Für die Kinder, die nach der ersten Antragstellung geboren wurden, ist eine Förderung möglich. Bedenken Sie aber, dass die Förderung für die erste Immobilie entfällt, sobald Sie sie nicht mehr selbst nutzen.

Wie wird das Einkommen berechnet?

Die Einkommensgrenze beträgt 90.000 Euro bei einem Kind plus 15.000 Euro für jedes weitere zu berücksichtigende Kind, also 105.000 Euro bei zwei Kindern und 120.000 Euro bei drei Kindern.

Herangezogen wird das zu versteuernde Einkommen im Haushalt, das heißt der Verdienst des Antragstellers selbst und seines Ehe- oder Lebenspartners. Der Bruttolohn oder andere Einkünfte, zum Beispiel aus einem Gewerbebetrieb, aus selbstständiger Tätigkeit, Vermietung und Verpachtung und aus Kapitalerträgen, wird um diverse Größen wie Werbungskosten, Betriebsausgaben, Sonderausgaben (auch Vorsorgeaufwendungen und Kirchensteuer), außergewöhnliche Belastungen sowie Freibeträge für Kinder gekürzt.

Auch ein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende reduziert das steuerpflichtige Einkommen.

Den richtigen Betrag finden Sie in Ihrem Steuerbescheid.

Für die Prüfung sind die Einkommen im zweiten und dritten Jahr vor der Antragstellung entscheidend.

Beantragst Du Baukindergeld im Jahr 2019, werden beispielsweise die zu versteuernden Einkommen von 2016 und 2017 gemittelt. Eine Gehaltserhöhung, die Du 2018 oder später bekommen haben, ist in diesem Fall also unschädlich.

Welche Immobilien werden gefördert?

Die Förderung ist beschränkt auf Häuser oder Eigentumswohnungen in Deutschland.

Sie müssen als Antragsteller im Grundbuch als Eigentümer – oder als Miteigentümer zu mindestens 50 % – eingetragen sein.

Der Gesetzgeber richtet aber auch hier, wie bei den Einkommensgrenzen, den Blick auf den gesamten Haushalt. Es reicht, wenn die Voraussetzungen hinsichtlich des Eigentums bei Ihrem Partner oder bei Ihnen gemeinsam erfüllt sind. Es ist sogar denkbar und förderfähig, dass die Immobilie den im Haushalt lebenden Kindern gehört.

Die Förderung von Wohneigentum durch Baukindergeld ist grundsätzlich auf die Jahre 2018, 2019 und 2020 begrenzt. Beim Kauf einer Bestandsimmobilie oder eines Neubaus zählt die Unterschrift des Notarvertrags, die zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 erfolgt sein muss.

Beim Neubau kommt es auf das Datum der Baugenehmigung in diesem Zeitraum an. Manche Bauten bedürfen nach landesrechtlichen Vorschriften keiner Baugenehmigung. Hier behilft man sich mit dem Datum der Bauanzeige, allerdings ergänzt um die Vorschrift, dass auch die Ausführung des Bauvorhabens nicht früher begonnen werden durfte.

Außerdem werden nur der erstmalige Kauf bzw. Neubau gefördert.

Was bedeutet das konkret? Wohnst Du zum Produktstart am 18. September 2018 bereits in der Immobilie oder hast Du sie als Eigentümer bislang vermietet und ziehst nun selbst ein, gibt es kein Baukindergeld.

Beziehst Du die Immobilie dagegen erst später, zum Beispiel im Jahr 2019, ist es egal, wenn Notarvertrag oder Baugenehmigung bereits von Anfang 2018 datieren.

Eine letzte Voraussetzung wird in aller Regel automatisch erfüllt sein: Kaufpreis oder Baukosten – ohne Nebenkosten wie Notargebühren und Grunderwerbsteuer – müssen höher sein als das beantragte Baukindergeld.

Hier stellst Du den Antrag

Zuständig für das Baukindergeld ist die Förderbank KfW. Dort wird das Baukindergeld unter der Produktnummer 424 geführt.

Am einfachsten ist ein Online-Antrag nach Anmeldung im Zuschussportal der KfW (https://www.kfw.de/zuschussportal).

Hier kannst Du später auch weitere Zuschüsse oder Kredite beantragen.

Zur Identitätsfeststellung ist eine Video-Identifizierung oder ein Postident-Verfahren erforderlich. Das geht aber sehr schnell und unkompliziert. Du kennst es vermutlich bereits von der Kontoeröffnung bei anderen Online-Banken.

Beim Baukindergeld sind wichtige Fristen zu beachten: Stellst Du den Antrag erst nach dem Einzug, dann unbedingt innerhalb von drei Monaten. Maßgeblich für den Fristbeginn ist das Datum auf der amtlichen Meldebestätigung.

Beim Kauf muss der Antrag spätestens drei Monate nach Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrags eingereicht sein. Auf die grundbuchamtliche Umschreibung, die oft erst viel später erfolgt, kommt es nicht an.

Nachdem Du von der KfW eine Antragsbestätigung erhalten hast, musst Du Deine Förderberechtigung nachweisen.

Dazu benötigst Du die Einkommensteuerbescheide (wie oben erläutert für das zweite und dritte Vorjahr), Meldebestätigungen für Dich, gegebenenfalls Deinen Partner und natürlich für Deine Kinder, und schließlich den Grundbuchauszug, der Dich oder die Mitglieder des Haushalts als Eigentümer oder Miteigentümer ausweist. Ist die Umschreibung noch nicht in das Grundbuch eingetragen, reicht auch die Auflassungsvormerkung.

Zum Einreichen der Unterlagen hast Du drei Monate Zeit. Das elektronische Upload-Verfahren bei der KfW wird aber erst im Laufe des März 2019 fertig. Deshalb gilt für alle früheren Anträge der Stichtag 30. Juni 2019.

Baukindergeld gibt es nur im Rahmen begrenzter Mittel, die hierfür bereitgestellt sind. Zwar bleibt die Zahl der Anträge derzeit noch hinter den Erwartungen zurück, aber trotzdem gilt die alte Mühlenordnung: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Einen Rechtsanspruch auf Baukindergeld haben Sie nicht.

So wird Baukindergeld gezahlt

Der Zuschuss wird in jährlichen Raten von 1.200 Euro pro Kind gezahlt.

Den ersten Auszahlungstermin teilt Dir die KfW nach erfolgreicher Antragsprüfung in Form einer Auszahlungsbestätigung mit.

In den nächsten neun Jahren gibt es Geld jeweils zum selben Zeitpunkt wie die erste Rate, vorausgesetzt, Du nutzt die geförderte Immobilie noch selbst.

Bewahre alle Nachweise, die Du für die Bewilligung von Baukindergeld eingereicht haben, für den gesamten Förderzeitraum von zehn Jahren im Original auf.

Melde Dich unverzüglich bei der KfW, wenn Du das geförderte Haus oder die Wohnung nicht mehr selbst bewohnst, also verkaufst oder vermietest bzw. verpachtest. Mit dem Ende der Selbstnutzung endet auch die Zahlung von Baukindergeld.

Kombination mit weiteren Fördermöglichkeiten

Die Inanspruchnahme von Baukindergeld schließt weitere Förderungen durch die KfW oder Förderbanken der Länder nicht aus.

Das sind insbesondere die günstigen Kredite oder Zuschüsse im Rahmen des KfW-Wohneigentumsprogramms (Produkt 124), für energieeffizientes Sanieren und Bauen (Produkte 151, 152, 153 oder 430) und für altersgerechtes Umbauen (Produkte 159 oder 455).

Auch Förderungen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für erneuerbare Energien und Heizungsoptimierung kommen in Betracht. Recherchiere mit dem Stichwort BAFA-Mittel.

Möglicherweise gibt es auch regionale Programme der Bundesländer, Städte und Gemeinden. Informiere Dich dazu bei Deiner Verwaltung vor Ort.

Achtung – das Baukindergeld kann erst nach dem Einzug beantragt werden, um viele andere Kredite musst Du Dich dagegen rechtzeitig vor Baubeginn bzw. vor dem Kauf kümmern.

Das frühzeitige Ausschöpfen von Förderdarlehen und Zuschüssen hat für Dich den Vorteil, dass der anderweitig zu finanzierende Kapitalbedarf sinkt.

Nutze einen Kreditvergleich im Internet, um das beste Angebot zu finden. Das sind Angebote kommerzieller Kreditvermittler, die aber für Dich kostenlos sind, denn fällige Provisionen zahlt die Bank. Es schadet nichts, mehrere Plattformen zu nutzen und dadurch mehr Kreditangebote einzubeziehen und auf exklusive Sonderkonditionen aufmerksam zu werden.

Schaue auch auf die Internetseiten bekannt günstiger Direktbanken und frage Deine Hausbank. Aufgrund bereits beantragter bzw. genehmigter Fördermittel kannst Du beim Internet-Vergleich direkt niedrigere Darlehenssummen ansetzen. Das wirkt sich günstig auf die Konditionen aus, weil damit die Beleihungsgrenzen der Banken stärker unterschritten werden und so das Ausfallrisiko für den Kreditgeber sinkt.

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