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Vegane Kindergärten – Pro & Contra

Vegane Kindergärten sind in Deutschland noch recht ungewöhnlich. Während sich die Produktpalette in Bioläden und Supermärkten im veganen Bereich enorm erweitert hat, gibt es bisher kaum Angebote veganer Kinderbetreuung.

Waldorfkindergärten und Kitas mit vegetarischem Essen waren bisher die Alternative. Ein erster Versuch einer veganen KITA startet jetzt in Frankfurt am Main und auch in Berlin gibt es bereits Elterninitiativen, die vegane Kindergärten gründen wollen.

Kinder & Gemüse

Wer jetzt an Popeye und den ewigen Streit ums Spinatessen denkt, ist auf dem Holzweg. In vielen Familien ist gesunde Ernährung ein großes Thema und viele Kinder lieben Obst und Gemüse als leckere Snacks.

Für vegan lebende Eltern stellt sich, wie für alle anderen Mütter und Väter, die Frage, wie das Zusammenleben mit den Kindern gestaltet wird. Wer sich bewusst ernährt, ist Vorbild. Solange die Kinder klein sind, kann genau auf die Zusammenstellung des Essens, der Kleidung, des Spielzeugs und die Gestaltung der Umgebung geachtet werden.

Spätestens im Kindergartenalter soll ein sozial erweitertes Umfeld die familiäre Erziehung ergänzen. Doch wie finden Eltern einen Kindergarten, der ihren Vorstellungen entspricht? Wie weit müssen Kompromisse gehen? Was können Kinder und Eltern von einer KITA erwarten?

Ein Kindergarten für Veggie-Kids garantiert über eine vegane Ernährung hinaus, auch ein veganes Umfeld. Bei der Ausstattung der Räume, bei der Wahl des Spielzeugs, den verwandten Textilien, den genutzten Farben bis hin zu den Putzmitteln wird auf die Ausbeutung von Tieren und sämtliche tierischen Zusätze verzichtet. Veganismus gehört zum Konzept des Kindergartens dazu und sichert eine Betreuung nach veganen Grundsätzen.

Veganer Kindergarten! Was ist das denn?

Zunächst geht es ums Essen. Vegane Ernährung kommt ohne die Ausbeutung oder das Töten von Tieren aus. Gesundes Essen ist vielen Eltern wichtig. Sie wünschen sich eine Welt ohne Massentierhaltung, ohne Pestizide und Antibiotika in der Landwirtschaft. Lebensmittelskandale bekommen eine ganz andere Dimension, wenn es um den eigenen Nachwuchs geht.

Verkochtes, schadstoffbelastetes Essen, das wieder aufgewärmt wird, ist weder gesund noch ökologisch.

In veganen Kindergärten wird auf gesunde, vollwertige Ernährung geachtet. 2016 eröffnete der erste vegane Kindergarten in Mailand. Gute Erfahrungen sammeln Eltern in London mit einem veganen Kindergartenkonzept.

Denn nicht nur ums Essen geht es. Themen wie Tierschutz, Verantwortung für die Umwelt, Nachhaltigkeit und Recycling gehören dazu. Vegane Kindergärten engagieren sich für globale Veränderungen. Sie berücksichtigen die Zusammenhänge zwischen Massentierhaltung, Konsum, der Verschmutzung des Grundwassers, dem Abholzen der Regenwälder, der irreversiblen Schädigung der Umwelt.

Wer vegan lebt, ist auch in seinen Beziehungen achtsam. Kinder werden mit ihren Wünschen respektiert und als Partner angesehen, die Ideen und Vorschläge einzubringen haben.

Vegane Kindergärten achten auf einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen. Das reicht vom Öko-Strom bis zur Wasseraufbereitung. Kosmetika, Wasch- und Putzmittel enthalten keine tierischen Stoffe und sind ethisch nicht durch Tierversuche belastet.

Veganes Spielzeug ist nicht nur bio, sondern wird auch fair produziert.

Weitere Informationen zu veganen Kindergärten und den Vor- und Nachteilen findet ihr hier.

Veganismus – Ein Konzept fürs Leben

Veganismus ist mehr als Ernährung. Es ist eine Lebenseinstellung, die weit über den Tellerrand hinausreicht. Innovativ wird nach Alternativen gesucht. Eltern, die sich für eine vegane Kita entscheiden und Pädagogen, die in veganen Kindereinrichtungen arbeiten, sind in der Regel sehr engagiert. Sie befassen sich mit vielen Aspekten, die unser Leben ganzheitlich betreffen.

Der Verzicht auf tierische Produkte bedeutet keine Einschränkung, sondern gibt Raum für Ideen, mit denen es sich insgesamt besser leben lässt. Der Anteil von Veganern wächst weltweit stetig. Zumindest zeitweise wenden sich Menschen einer völlig ohne Tierprodukte auskommenden Lebensweise zu. Manche leben danach vegetarisch. Das heißt, sie nehmen Produkte wie Butter, Milch und Honig wieder in ihren Speiseplan auf. Andere reduzieren zumindest den Fleischkonsum, achten auf hochwertige Nahrungsmittel aus biologischem Anbau und auf Kosmetik, die ohne Tierversuche auskommt.

Kinder, die in solchen Kontexten aufwachsen, lernen früh, Fragen zu stellen, sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen und Alternativen zu entwickeln. Sie entwickeln ihre Ich-Stärke sehr bewusst und verfügen früh über die Fähigkeit, ihre Position argumentativ einzubringen. Sie erleben sich sowohl in der Gemeinschaft des Kindergartens als auch als Individuum.

Vegane Ernährung als Herausforderung

Vegane Ernährung hat gesundheitlich viele Vorteile. Doch gibt es auch einiges zu beachten. Es ist nicht sinnvoll, lediglich alle tierischen Produkte wegzulassen. Gerade bei Heranwachsenden kann es dann zu Mangelerscheinungen kommen.

vegane ernährung hummus brot

Eindeutig positiv ist

  • die Aufnahme von Ballaststoffen, die weit über der empfohlenen Mindestmenge liegt
  • die geringe Aufnahme von Cholesterin, da Cholesterin nur in Nahrung tierischen Ursprungs enthalten ist
  • das Verhältnis zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren; Veganer nehmen nur halb so viel gesättigte Fettsäuren auf wie Durchschnittsbürger
  • die Aufnahme von Magnesium, die deutlich über dem Durchschnitt der Bevölkerung liegt
  • die Aufnahme bestimmter Vitamine, wie Vitamin E, die durch den Verzehr hochwertigen Obstes und von Gemüse, vor allem von Rohkost gegeben ist.

Ausreichend beachtet oder ergänzt werden müssen:

  • Kalcium (zum Beispiel durch Grünkohl, Nüsse oder Sojabohnen)
  • Eisen (zum Beispiel in Vollkornbrot)
  • Zink (in Getreide, Hülsenfrüchten und Nüssen enthalten)
  • Jod (Algen, Grünkohl, Spinat, Brokkoli sind Jodlieferanten)
  • Proteine (Bohnen, Nüsse, Kichererbsen haben einen hohen Proteingehalt)
  • Vitamin-B-12 (in fermentierten Lebensmitteln und Algen enthalten, jedoch nicht ausreichendem Maß, daher müssen Nahrungsergänzungsmittel gegeben werden)
  • Kreatin (kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor, es gibt vegane Supplements, die die körpereigene Kreatinbildung unterstützen).

Vegane Kindergärten sollten über einen professionellen Koch und über eine Ernährungsberaterin verfügen, sodass die frischen Mahlzeiten vollwertig zusammengestellt werden und lecker zubereitet auf den Tisch kommen.

Gibt es veganes Spielzeug?

Belastetes Spielzeug sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Niemand, der seine Familie und sich bewusst ernährt, möchte dem Nachwuchs ein mit Schadstoffen belastetes Kuscheltier ins Bettchen legen. Giftstoffe finden sich in Bauklötzern und tierische Produkte in Fingerfarben, Weichmacher sind in Bällen enthalten. Spielzeug wird oft unter unwürdigen Bedingungen hergestellt.

veganes spielzeug farben

Gesundheitliche Gefahren können von Spielsachen ausgehen. Besonders Vorschulkinder sind betroffen. Babys und Kleinkinder, die mit allen Sinnen spielen, werden ungeschützt über einen langen Zeitraum Spielzeug ausgesetzt, das mehr als grenzwertig ist.

Veganes Spielzeug wird ohne tierische Produkte unter fairen Bedingungen produziert. Vegane Kindergärten achten auf hochwertige Spielsachen, die langlebig und stabil sind. Aus unlackierten Hölzern, Pflanzenfarben und natürliche Materialien sollte das Angebot zum Spielen bestehen. Da selbst Markenprodukte laut Stiftung Warentest Formaldehyd und Nickel enthalten, empfiehlt es sich auf Prüfsiegel, Empfehlungen und lokale Anbieter zu setzen.

Viele vegane Konzepte werden von Waldkindergärten aufgegriffen, die größtenteils ohne fertiges Spielzeug auskommen. Die Kinder spielen mit dem natürlichen, saisonalen Angebot, das ihnen auf ihren Wanderungen begegnet. So werden motorische und kognitive Entwicklung.

Umweltbewusstsein und Achtsamkeit

Junge Eltern stellen oft hohe Ansprüche an sich und ihren Kindergarten. Sie wünschen sich ein Umfeld, in dem ihre Kinder sich aufgehoben und angenommen fühlen. Gleichzeitig soll der Nachwuchs gefördert werden.

Elterninitiativkitas sind Projekte, die ein hohes Maß an eigener Verantwortung beinhalten. Vegane Kindergärten entstehen oft aus privaten Interessen. Eltern finden sich zusammen. Der gemeinsame Ansatz einer veganen Lebensweise eint sie.

Erzieher werden von den Eltern angestellt, die diesen hohen Ansprüchen genügen und das gemeinsam erarbeitete Konzept umsetzen sollen. Die Konzepte unterscheiden sich nach der Ausrichtung des Kindergartens. Die Gestaltung der leitenden Gedanken wechselt mit den Jahrgängen.

Für einige Eltern sorgt eine Halbtagsbetreuung für den wichtigen sozialen Kontakt der Kleinen, andere wünschen sich einen Ganztagsaufenthalt ihrer Kinder, der es ihnen selbst ermöglicht, weiterhin arbeiten zu gehen. Waldorfkindergärten sind für viele Eltern interessant. Die naturnahe Betreuung und die meist rein vegetarische Ernährung sind ein Kompromiss, den sie eingehen. Wie jeder Waldorfkindergarten sich vom anderen unterscheidet, sind auch vegane Kindergärten individuell.

Allen gemeinsam sind die Achtung vor dem Kind, der achtsame Umgang miteinander und der bewusste Umgang mit der Umwelt.

Hände weg von Dogmatismus

Oft setzen Eltern sich selbst unnötig unter Druck. Sie wollen das Beste für Ihre Kinder. Ein veganer Lebensstil ist gesund, fördert die Entwicklung und erscheint ihnen als der richtige Weg, den sie konsequent mit ihrer Familie verfolgen wollen.

Mit Baby und Kleinkind lässt sich ein rigoroser Ansatz noch gut umsetzen. Doch was passiert, wenn das Kind größer wird und erste eigene Schritte geht? Nicht alle Kinder leben konsequent vegan. Darf der Freund aus dem Kindergarten auch Vegetarier sein? Was ist mit dem selbst gestrickten Wollpullover der Oma, den ein kleines Mädchen im veganen Kindergarten trägt? Was mit der Reiswaffel mit Joghurtüberzug?

Wer hier zu stark reglementiert, grenzt sein Kind schnell aus. Nachhaltiger ist es, langfristig auf das eigene Vorbild zu vertrauen. Im veganen Kindergarten gibt es ein klares Konzept. Eltern wählen diese Kita-Form, weil sie sich ein veganes Umfeld wünschen. Werden auch Kinder von Eltern aufgenommen, die nicht vegan leben, weil sie in der Nähe leben, dann sind Kompromissbereitschaft, Toleranz und Vertrauen gefragt.

Hat die selbst gemachte Puppe der besten Freundin Wollhaare, sollte trotzdem mit ihr gespielt werden, wenn die Kinder sich das wünschen. Schreiten Eltern hier dogmatisch ein, gibt es nur Tränen. Eine zerbrochene Kinderfreundschaft kann nachhaltig folgenreicher sein, als ein wenig Toleranz an der richtigen Stelle.

veganes spielzeug puppe

Wird zu Hause konsequent auf tierische Nahrungsmittel verzichtet, findet der eigene Nachwuchs ganz von selbst zu einer eigenen Haltung. Vorausgesetzt es wird kommuniziert, warum die Familie so lebt.

Veganer Kindergarten – Haben wir uns richtig entschieden?

Bei der Wahl eines Kindergartens spielen viele Faktoren eine Rolle. Ob der Kindergarten zu einem passt, wird oft erst nach einiger Zeit deutlich. Im Kindergarten findet sich eine Gruppe von Menschen aus unterschiedlichen Generationen zusammen, die sich erst kennenlernen muss und dann gemeinsam entwickelt. Die Ansprüche von Kindern, Eltern und Betreuern müssen aufeinander abgestimmt werden. Bei jeder Entscheidung müssen Vorteile und Nachteile gegeneinander abgewogen werden.

In einem veganen Kindergarten treffen Gleichgesinnte aufeinander. Das vereinfacht vieles. Die Eltern pflegen in ihren Familien einen veganen Lebensstil und wissen, worauf sie sich einlassen. Die Betreuer treten mit einem Anspruch an, den sie umsetzen wollen. Koch und Ernährungsberater wollen Ideen verwirklichen.

Frische, unbelastete Lebensmittel sind eine Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung. Durch ein schadstofffreies, gesundes Umfeld wird das Wachstum und Gedeihen der Kinder unterstützt. Kognitive und motorische Anreize werden durch die Gestaltung der Räume und die tägliche Arbeit der Betreuer gewährleistet. Gut ist es, wenn Eltern aktiv mitarbeiten und Einfluss nehmen können. Gut ist es auch, wenn die Aufgaben geteilt werden.

Was ist mit den Kosten in veganen Kindergärten?

Kindererziehung ist teuer. Kinderbetreuung auch. Daher gibt es Förderungen vom Staat, die jedoch nicht alle Familien erreichen und nicht alle Kosten decken.

Elterninitiativkitas, Waldorfkindergärten und andere Ausrichtungen der Kinderbetreuung haben sich in unterschiedlichen Formen aufgestellt. Das reicht von der rein privaten Initiative, die mit einem hohen Eigenengagement und hohen Kosten verbunden ist, bis zu geförderten Einrichtungen, die sozial gestaffelte Beiträge anbieten.

Vor der Wahl eines Kindergartens ist zu überlegen, wie der Platz finanziert, wie der zu erbringende Eigenanteil realisiert werden soll. Gehen beide Eltern arbeiten, sind die Kosten oft kein Problem. Eine regelmäßige Mitarbeit wird die Eltern jedoch belasten. Ist die Haushaltskasse schmal, kann ein monatlich hoher Beitrag auf die Dauer zur Belastung werden. Daraus können sich Nachteile ergeben.

Wer die höheren Kosten nicht scheut, investiert nachhaltig. Gesunde Ernährung und eine gute pädagogische Betreuung unterstützen den Nachwuchs ganzheitlich und bereiten ihn gut für die Schule und das Leben vor.

Pro & Kontra eines veganen Kindergartens

Die Vor- und Nachteile veganer Kindergärten ergeben sich zunächst aus den Ansprüchen und Möglichkeiten der Eltern. Vegane Kindergärten gibt es im Vergleich zu anderen Konzepten erst wenige Jahre. Daher liegen noch keine Erfahrungswerte mit dieser Form der Kinderbetreuung vor.

Während sich vegane Kindergärten entwickeln können, die sich auch in der Betreuung der Kinder stark an einem veganen Lebensstil orientieren, wird es auch Kindergärten geben, die vor allem auf vegane Ernährung achten und dabei noch andere pädagogische Konzepte umsetzen.

Vorteile sind:

  • die gesunde Ernährung mit frisch zubereiteten Lebensmitteln, ohne tierische Zusätze
  • die Gestaltung eines veganen Umfelds, das Architektur, Interieur, Spielzeug und Ausstattung bis zu den Pflegemitteln umfasst
  • die Stärkung des Zusammenhalts vegan ausgerichteter Familien, die vor ethischen Konflikten mit nicht veganen Konzepten bis zum Schuleintritt bewahrt werden

Nachteile ergeben sich aus:

  • eventuell hohen Kosten
  • einem eventuell weiteren Fahrweg
  • einem hohen eigenen Einsatz durch Organisation und Mitarbeit
  • einem erhöhten Betreuungseinsatz durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und der Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildquellen: pixabay.com

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